14. Juni 2018

Besuch Liz Mohn

Wer sich in der Gesangswelt ein bißchen auskennt, kennt wahrscheinlich auch den Wettbewerb "Neue Stimmen", der vor 30 Jahren von der Bertelsmann Stiftung ins Leben gerufen wurde. Seither steht Frau Liz Mohn als Schirmherrin und Chefin diesem Wettbewerb vor. Es ist einer der renommiertesten und erfolgreichsten Gesangswettbewerb weltweit. Wer dort gewinnt, der kann sich auf eine internationalen Karriere an den größten Opernhäusern der Welt freuen. Der Vorsitzende der Jury ist Dominique Meyer, der Intendant der Wiener Staatsoper. Frau Mohn kommt jedes Jahr nach Shanghai, um einen Preis für soziales und gesellschaftliches Engagement von Firmen hier in China zu verleihen, er nennt sich "More than a market". Dazu war ich eingeladen worden und hatte dadurch Gelegenheit, Frau Mohn selbst, aber auch den Vorsitzender der Stiftung, Herrn de Geuss, persönlich kennen zu lernen. Doch damit nicht genug, hatte ich auch die Gelegenheit, Frau Mohn für circa 2 Stunden ins Konservatorium zu führen, um sie dort mit dem Präsidenten bekannt zu machen. Das war natürlich alles sehr aufregend, weil bis zuletzt nicht ganz klar war, wie das alles ablaufen würde, und ob der Präsident tatsächlich Zeit hätte. Zudem kam ja noch hinzu, dass sich auch unsere "Mimi" jederzeit hätte melden können, um meine ungeteilte Aufmerksamkeit zu fordern. Aber Mimi verhielt sich still, und der Besuch im Konservatorium wurde ein voller Erfolg. Während des Gesprächs wurde klar, dass es einige Schnittmengen gibt, in denen man voneinander profitieren kann. Frau Mohn zeigte sich ausserdem von einer nur 8 jährigen Pianistin sehr beeindruckt, die in einem kleinen "Privatkonzert" Mozart für uns spielte. Die Mutter und die Großmutter des Mädchens waren auch dabei, und man konnte sehen, dass sie aus einfachen Verhältnissen kamen. Aber dennoch hat das Mädchen Zugang gefunden zur exzellenten Ausbildung bei einem Professor des Konservatoriums. Chapeau!

 

27. Mai 2018

Promotion Event der Mongolischen Pferdeindustrie

Direkt am Tag nach dem Mozart Requiem war ich noch angefragt bei einer Promotion Show der Pferdeindustrie der Inneren Mongolei aufzutreten und zwar bitte mit dem Lied "我爱你中国"- "Ich liebe dich, China"- mit Playback. Ja, sie haben richtig gelesen: Pferdeindustrie, Herzstück des chinesischen Publikums und Playback!!! Ich dachte zuerst: Was ist das denn? und dann dachte ich: Warum nicht? Als ich dann dort auf der Bühne stand, natürlich mit Mikrophon, Background Musik und Background Fotos , dachte ich: "Jetzt bist du wirklich in China angekommen." und musste über mich selber schmunzeln. Das Schönste war ja noch gewesen, dass direkt vor meinem Auftritt ein deutscher Pferdewirt (oder so etwas ähnliches) einen Vortrag über die Verwertung der Stutenmilch einen Vortrag hielt. Einfach herrlich absurd und einfach herrlich! Und die Fotos sind großartig ;-)

 

18. Mai 2018

Mozart Requiem

Das Konzert mit Mozarts Requiem war ein voller Erfolg! Es fand in einer Kirche statt, was nun der natürliche Rahmen für diese Musik ist, aber dennoch finden die meisten Konzerte für sakrale Musik in China in Konzertsälen statt. Daher war es nun schon etwas besonderes, dass es in einer Kirche war. Das fand das Publikum offensichtlich auch, denn es kam in Strömen, obwohl das Konzert schon eine Woche vorher ausverkauft war. Vor dem Konzert hatten wir zwei Proben gehabt, bei denen ich eigentlich den Eindruck hatte, dass dieses und jenes unfertig geblieben ist, bzw. ungeprobt, weil einfach die Zeit nicht ausreichte. Aber beim Konzert dann, klappte einfach alles. Manchmal ist das so. Jedenfalls könnt ihr euch das Ergebnis selbst anhören, es gibt nämlich einen YouTube Link 

https://youtu.be/mOpY0eVHd7Q

 

10. Mai 2018

Muhai Tang

Vor einigen Wochen gab es ein Konzertabend in der Residenz der Generalkonsulin Althauser. Zu Gast war dabei auch Mu Hai Tang, der als einer der besten Dirigenten Chinas gilt. In den 80er Jahren ist Karajan auf ihn aufmerksam geworden und hat ihn eingeladen, die Berliner Philharmoniker zu dirigieren. Seither hat er mit vielen großen Orchestern der Welt gearbeitet. In den letzten Jahren konzentriert er sich mehr und mehr auf China, und führt auch chinesische Kompositionen auf. Hier in Shanghai dirigiert er das Philharmonic Orchestra. Direkt ihm zu arbeitet Liang Zhang, der Dirigent/ Pianist,mit dem ich das Salon Concert vor 2 Wochen gespielt habe ;-) Ein besondere Ehre, ihn kennen gelernt zu haben.

 

25. April. 2018

Salon Konzert

Am vergangenen Sonntag habe ich ein Konzert gegeben im Rahmen der Konzertreihe "Salon Konzerte". Die wird organisiert von "Shanghai Ladies Socialite Club" und gesponsert von einigen Unternehmen. Das erwies sich dann auch als etwas seltsam, weil direkt vor dem Konzert Werbung für Wein und Porzellan gemacht wurde (zugegebenermaßen hochpreisige und noble Marken). Nun ja, man lernt nie aus! Trotzdem habe ich das Konzert selbst sehr genossen. Ich spielte zusammen mit Liang Zhang, er ist der Chefdirigent der Shanghaier Philharmoniker (er hatte diesen Posten mit nur 28 Jahren bekommen!). Das war natürlich ein Genuss. Ich hatte ihn letztes Jahr bei einem Wettbewerb kennen gelernt, er saß neben mir in der Jury. Schon damals hatte ich gefragt, ob er auch Lied begleitet (das macht ja nicht jeder!), und jetzt hatte sich die Gelegenheit zur Zusammenarbeit ergeben. Er war schon zur ersten Probe sehr gut vorbereitet, und es klappte auf Anhieb gut. Ausserdem war das Konzert Publikum an dem Abend aufmerksam und die Akustik günstig. Aber eigentlich ist die Akustik immer günstig, wenn man mir tatsächlich zuhört ;-) Im Vorfeld hatte ich schon ein paar Bedenken gehabt, da ich zwar bei den vorherigen Schwangerschaften auch bis zuletzt gesungen habe, aber keine Solo Recitals. Aber es erwies sich als unbegründet. Es hat alles gut geklappt, und ich war am nächsten Tag sogar regelrecht erfrischt!

 

17. April. 2018

Rückkehr

Unsere Zeit hier in Shanghai war von Anfang an begrenzt. Dennoch endet sie früher, als wir gedacht haben, nämlich diesen Sommer. Es tut mir sehr leid zu gehen. China bietet mir sehr viele berufliche Möglichkeiten, ich singe und unterrichte hier mehr als in DTL, und habe auch viele Freiheiten, Programme zu gestalten. Das wird mir sehr fehlen. Auch die Kinderfreundlichkeit geniesse ich hier sehr, wie ich ja schon mehrmals erzählt habe. In DTL werden wir mit vier Kindern sicher nicht überall wohl gelitten sein. Sicher ist Deutschland meine Heimat, aber ich fühle mich hier sehr wohl. Ich hoffe, die Verbindung nach China mit dem Austauschprogramm Trossingen- Tongji und auch mit dem Clara Schumann Drama Konzerten halten zu können. Und keine Sorge: Bis dahin wird es sicher noch einiges zu erzählen gebe!

 

5. April. 2018

Shanghai Baby

Wie ja viele wissen (und man es auch an den Fotos sehen kann ;-) erwarte ich unser viertes Kind. Ich freue mich natürlich sehr. Viele fragen, ob ich denn überhaupt noch genug Luft habe zum Singen. Antwort: Ja, habe ich. Tatsächlich ist der Atem für mich gar kein Problem. Zwar ist es auch bei mir so, dass das Baby nach oben drückt, und das Zwerchfell nicht mehr soviel Freiheit hat wie zuvor. Im Alltag bin ich tatsächlich manchmal etwas kurzatmig (wenn auch selten), aber wenn ich singe nie. Wahrscheinlich liegt es an der besseren Haltung und auch am bewussten Einatem. Ausserdem pumpt man seine Lungen beim Singen ja eh nicht voll. Wo ich schon eher an meine Grenzen gerate, ist bei der Ausdauer. Ich muss beim Singen mehr Pausen machen. Aber das lässt sich ja einrichten. Jedenfalls freue ich mich schon auf mein nächsten Recital am 22. April.

 

20. März 2018

Konzert 4. Deutsche Woche Tongji

Zum wiederholten Mal hatte ich das Vergnügen, bei einem Abend der "Musikalischen Deutschen Woche" an der Tongji Universität mit Prof. Wolfgang Wagenhäuser zu spielen. Im Vorfeld war es wie meistens chaotisch: Ich erfuhr erst aus dem eigentlichen Programm, dass das Konzert am Samstag, und nicht wie gesagt am Freitag statt findet ;-) Aber inhaltlich war es sehr schön: Der Abend wurde von Weihong Zhang und mir gestaltet. Sie sang deutsche Lieder, ich chinesische, und wir dann zusammen noch deutsche und chinesische Duette. Eben echter Kultur- Austausch! 

 

11. März 2018

Besuch Hongkong, Guilin

Guilin stand als Besuchsort ganz oben in meiner Liste, denn es gilt ja als eine der schönsten Landschaften Chinas (Guilin liegt im Süden Chinas in der Provinz Guangxi). Und tatsächlich wurde ich nicht enttäuscht. Es ist eine traumhafte Karst-Landschaft, die allein schon von der Ausdehnung her beeindruckt. Man fährt vier Stunden mit dem Boot und sieht immer noch diese eierförmigen Berge. Die Reisterassen von Guilin konnten wir leider nicht besichtigen, da es noch zu früh im Jahr war (die Reispflanzen werden erst später gesetzt). Von Guilin aus sind wir dann noch nach Yanghsuo gereist, von wo man aus viele Sehenswürdigkeiten mit dem Fahrrad erreichen kann. Die Qualität der Fahrräder war zwar abenteuerlich, aber der Mondberg oder die Höhlen sind dieses Abenteuer allemal wert. Im Anschluss waren wir noch drei Tage in Hongkong. Überraschenderweise hat es mir gar nicht so sehr gefallen, wie ich es erwartet hatte. Die Stadt war unheimlich voll, man bekam abends kaum ein Platz im Restaurant und man schob sich mehr durch die Straßen, als dass man sie begehen konnte. Eine Hafenrundfahrt habe ich aber doch genossen. Erstaunt hat mich etwas ganz anders. Wir haben dort ein (zugegebenermaßen noch sehr jungen) deutschen Expat getroffen. Und für ihn war Festland- China ganz weit weg...  

 

6. März 2018

Chorkonzert

Vor einigen Wochen bat mich eine befreundete Professorin des Shanghai Konservatoriums um Mithilfe. Der Chor der Shanghaier Journalistinnen ist vom Deutsch-Chinesischen Kulturfestival Berlin zu einem Konzert eingeladen worden. Da das Visa-Prozedere nicht ganz trivial ist bei einer größeren Gruppe, bat sie mich um Mithilfe. Um das Meiste hatten sie sich allerdings schon selbst gekümmert. Das Einzige, was ich letztlich gemacht habe, war, ein oder zwei Emails zu schreiben. Aber man bedankte sich bei mir überschwänglich mit einer Einladung zum Chinesischen Neujahrsfestessen. Diese Essen haben ja eher opulenten Charakter. Es war dann auch ein sehr herzliches Essen mit vielen Frauen, großer Lautstärke, viel Gelächter und natürlich Gesang. Spontan wurde ich eingeladen, bei ihrem nächsten Konzert zu singen, was ich natürlich tat. Obwohl dieser Chor- wie erwähnt- sehr gut organisiert ist, war es dann doch etwas chaotisch, weil der Pianist genau eine halbe Stunde vor Beginn des Konzertes auftauchte! Leider hatte er weder die Noten erhalten, die ich ihm zugeschickt hatte, noch hatte er zu Abend gegessen, das heisst, unsere Probezeit schrumpfte auf ein Minimum zusammen (denn das Abendessen kann man ja nicht aufschieben!). Ich versuchte einfach, die Nerven zu behalten. Und zu meiner Überraschung geriet die Aufführung sehr erfreulich und mit Atmosphäre. Manchmal ist das ja seltsam. Natürlich widerstrebt es mir, so in ein Konzert hinein geworfen zu werden, fast ohne die Möglichkeit zur Absprache. Aber andererseits bedeutet eine fehlende Probezeit nicht zwangsläufig ein misslingendes Konzert. Hier in China kann ich gut lernen, das es nicht möglich ist, die Dinge immer zu kontrollieren. Manchmal muss man einfach vertrauen, dass es gut gehen wird, ungeachtet der Umstände.

 

24. Februar 2018

Ausflug LuXun Park Hongkou

An einem sonnigen Sonntag haben wir uns quer durch die Stadt auf den Weg gemacht und sind in den Luxun Park in Hongkou gegangen. Das ist bei schönem Wetter ein echtes Erlebnis. Hongkou ist ein Viertel im Norden der Stadt, das noch sehr chinesisch ist- sozusagen das China-Town von Shanghai ;-) Wenn man am Wochenende in dem Park spazieren geht, trifft man sehr viele Menschen, die zusammen singen, gemeinsam Erhu spielen (eine chinesische Kniegeige), Drachen steigen lassen oder auch einfach nur zusammen sitzen und Tee trinken. Ich mag die Atmosphäre dort sehr. es ist die Gemeinschaft, die ich bemerkenswert finde. Da gibt es nicht nur eingeschworene, langjährige Freundescliquen, sondern auch "Zufallsbekanntschaften", die man in lockerer Atmosphäre vertiefen kann, oder man geniesst eben auch nur eine gemeinsame Stunden des Singens. Auch erstaunt mich, wieviel ältere Menschen sich dort mit Spiel, Gesang und weiterem "exponieren". In unserer deutschen Kultur ist es nicht vorstellbar, dass sich ein alter Herr, der bestimmt schon 80 Jahre alt ist, in den Park stellt und "O sole mio" singt, mit erkennbar ältlicher Stimme, aber mit großer Freude. Wen schert schon ein schiefer Ton? Ich finde das ganz erstaunlich und menschlich wunderbar! 

 

10. Februar 2017

Nachgang Video und das Jahr des Hundes

WIe in meinem letzten Artikel geschrieben, habe ich ein Video auf ein soziales chinesisches Netzwerk raufgeladen. Das ist inzwischen schon 240 000 Mal gesehen worden! Ich bin darüber sehr erstaunt, und natürlich auch erfreut. Ich hatte gedacht, dass das Interesse spätestens nach einer Woche vorüber ist, aber dem ist nicht so. Immer noch sehen es sich tagtäglich viele Menschen an. Ich bin im Nachhinein so froh, dass ich das Video auf chinesisch gemacht habe. Sonst hätte das Video sicher nicht diese Reichweite erreicht. 

Diese Woche Donnerstag beginnt das neue chinesische Jahr, das im Zeichen des Hundes steht. Das chinesische Neujahr ist hier DAS große Fest, mit einer Reistätigkeit, die in ihrem zahlenmäßigen Ausmaß an eine Völkerwanderung erinnert. Die chinesischen Arbeitnehmer haben nur wenige Tage im Jahr Urlaub, was natürlich dazu führt, dass alle an Neujahr weg fahren, da alle frei haben. Zum anderen gibt es die Millionen und Abermillionen von Wanderarbeitern, die das ganze Jahr in den Zentren wie Shanghai, Peking oder auch anderen chinesischen Provinzstädten arbeiten, und nur einmal im Jahr zu ihren Familien zurückkehren können. Wir können uns gar nicht vorstellen, wieviele Menschen gleichzeitig unterwegs sind. Zu dieser Zeit ist es fast unmöglich, ein Zugticket aus Shanghai heraus zu kaufen. Ich wollte das nicht glauben, bis ich es selbst gesehen habe. Unvorstellbar. Wir werden das chinesische Neujahr in Shanghai verbringen und hoffen auf freie Straßen ;-)

P.S.: Das dritte und vierte Foto ist von einer Neujahrsfeier eines Shanghaier Chores. Das dritte zeigt den traditionellen Neujahrwunsch:" Wan shi ru yi"

 

29. Januar 2017

Video

Vergangenen Dezember habe ich ein Video gedreht, bei dem ich über meine Wünsche als Sängerin hier in China spreche und auch singe. Es ist sehr, sehr schön geworden. Bitte klicken Sie auf folgenden Link und seht es euch an:

 

https://weibo.com/tv/v/G0LL92Ofs?fid=1034:e716ffc7258b4bda74b57f945123e330

 

Es ist in einem ungewöhnlichen Format, da das eine chinesische Seite ist. Aber Youtube funktioniert hier leider nicht. Der Vorteil ist, dass ich auf dieser Platform viele Menschen hier in China erreichen kann. Da Video wurde schon sagenhafte 84 000 (!) geklickt. Ich freue mich auf Kommentare!

 

Kommentare

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10. Januar 2017

Peking- Konzert GROHE

Anfang des Jahres bin ich nach Peking geflogen, um dort ein Konzert für das Unternehmen GROHE zu singen. Die Programmplanung verlief auch für chinesische Verhältnisse ziemlich chaotisch, es wurde tatsächlich bis zum Tag selbst das Programm noch geändert. Aber ich hatte zum Glück vorgesorgt und zusätzlich Noten auf einem Stick mit genommen- man lernt ja durchaus dazu. Auch der Ablauf war etwas durchwachsen. Nun ja, genossen habe ich den kleinen Ausflug in die Hauptstadt trotzdem!  

20. Dezember 2017

Qingdao

Noch vor Weihnachten waren wir einige Tage in Qingdao. Das ist eine Küstenstadt und eine ehemalige deutsche Kolonie. Nach dem Boxeraufstand wurden den fremden Mächten Küstenstädte übergeben (natürlich gezwungenermaßen), um den Handel zu ermöglichen. Tatsächlich gibt es dort Gegenden, wo man denkt, man ist in Stuttgart! Das habe ich nicht für möglich gehalten. Das deutsche Erbe ist noch sichtbar (es gibt zum Beispiel noch die berühmte Bierbrauerei Tsingtao), und das Erbe wird auch gepflegt. Mein Mann war von der deutsch- chinesischen Freundschaftsgesellschaft dorthin eingeladen worden. Es kam dann sehr kurzfristig die Idee auf, ob ich nicht ein Konzert dort geben könnte. Wie immer gab es erst eine große Aufregung (wo soll es sein?wann?wie lang?wer spielt Klavier?), dann Verwirrung, und schliesslich ein schönes Konzert in einer Mittelschule ;-) Ich habe die Tage dort sehr genossen. Zum einen sind wir überaus herzlich empfangen worden, wir sind ausgeführt worden, uns wurde die Stadt gezeigt und vieles mehr. Normalerweise bin ich ja bei einer Konzertreise erstens ohne Familie unterwegs und zweitens sehe ich meist nicht viel mehr als das Theater und das Hotel. Zum anderen habe ich es noch nie erlebt, dass ein Konzert von mir mit solcher Spannung erwartet wurde. Als ich zur Probe in den Saal kam, waren einige schon da, und klatschen Beifall, bevor ich überhauot einen Ton gesungen hatte. Einfach ein wunderbarer Besuch bei warmherzigen Menschen in einer schönen Stadt am Meer. 

18. Dezember 2017

Weihnachtsgruß

Allen meinen fleissigen Lesern in der Heimat und im fernen Osten wünsche ich eine gesegnete und frohe Weihnacht. Weihnachten ist ein Fest der Liebe, nicht weil wir einander lieben, sondern weil Gott uns zuerst geliebt hat, und uns Seinen Sohn gesandt hat. Diese Freude ist auch nach 2000 Jahren nicht erloschen. Ich wünsche, dass sie auch in Ihren und euren Häusern aufscheint, und das ganze Jahr über brennt.

12. Dezember 2017

Videoaufnahme

Seit einiger Zeit schon wollte ich ein neues professionelles Video von einer meiner Auftritte machen lassen. Denn das alte ist von 2010 (!). Zwar habe ich seither einige Video Aufnahmen von Besuchern meiner Konzerte bekommen. Aber die Qualität dieser Handyvideos ist natürlich nicht sehr gut (ausserdem ist die Einstellung statisch). Ich hatte auch eine Empfehlung für ein Kamerateam, aber ich hatte noch eine Weile überlegt, wie ich es am besten machen sollte. Einerseits wäre eine Liveaufnahme reizvoll gewesen, da so eine Kamera auch etwas von der "echten" Konzert- Atmosphäre einfangen kann. Der Nachteil ist allerdings, dass das Kamerateam in seiner Bewegung eingeschränkt ist und dass man die Stücke nicht wiederholen kann. Ich kann ja nicht mittendrin sagen: "Oh, das f" ist mir misslungen, ich sing´s einfach nochmal." Das  wäre doch zu seltsam. Also habe ich mich für ein Extra Termin entschieden. Nachdem ich alle an "Bord" hatte, ging es letzten Montag los. Ich war schon einigermaßen aufgeregt, schließlich war ich für alles verantwortlich. Aber alles ging glatt. Alle waren pünktlich, das Klavier war fertig gestimmt und der leitende Kameramann arbeitete sehr ruhig und konzentriert. Ich habe fünf Stücke aufgenommen, darunter zwei chinesische. Im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass ich mich mehr als bei einem "normalen" Konzert auf das Singen konzentriert habe. Bei einem Konzert steht doch die "Performance" im Vordergrund, bei einer Aufnahme eher die Töne. Ich habe noch keinen "Rohschnitt" gesehen. Ich bin gespannt.

29. November 2017

Wettbewerb

Letzte Woche war ich durch eine befreundete Professorin bei einem Gesangswettbwerb in die Jury geladen worden. Ich hatte keine Ahnung, was mich dort erwarten wird (das ist hier in China übrigens ziemlich häufig der Fall ;-). Es stellte sich dann heraus, dass es ein Amateur Wettbewerb war (kein Studenten Wettbewerb, wovon ich zuerst ausgegangen war). Aber nichts desto trotz war es ein erfreulicher Nachmittag. Zum einen habe ich ausgiebig chinesischer Musik zuhören können (ich fühlte mich ein bißchen wie bei "Voice of China"), und zum andern war das Niveau der "Laien" zum Teil erstaunlich! Da gab es ein paar, die hätte man durchaus auf größerer Bühne präsentieren können. Schön war auch, mit wieviel Leidenschaft alle dabei waren. Mein Eindruck ist ja schon seit langem, dass Chinesen schlicht und ergreifend gerne singen, und sie tun das auch ohne Scheu. Selbst wenn`s mal nicht so klappt, lacht keiner, sondern dann stimmen die anderen einfach mit ein. Am schönsten ist´s ja sowieso, wenn alle zusammen singen. Das ist einfach wunderbar!

17. November 2017

Generalprobe Berliner Philharmoniker

Die Berliner Philharmoniker kamen letzte Woche zu zwei Konzerten nach Shanghai. Leider habe ich keine Karten mehr bekommen, aber ich hatte die großartige Gelegenheit, als stiller Zuhörer bei der Generalprobe zum Konzert dabei sein zu dürfen. Das war sehr aufregend gewesen. Natürlich hatte ich die Berliner schon in Aufnahmen gehört und auch im Fernsehen gesehen. Aber es doch etwas anderes, sie so direkt zu erleben. Zu hören, wie differenziert ihr Klang ist, und wie er sich im Raum entfaltet. Und auch ihre Präzision: Da war kein noch so schneller Lauf "verschmiert", sondern kristallklar ( man muss sich ja vorstellen, dass da 20,25 Geiger gleichzeitig spielen!) Aber es waren nicht nur die technischen Fähigkeiten, die mich beeindruckten, sondern auch die Musikalität. Da gab es kein Harmoniewechsel, der nicht mitvollzogen wurde, und kein Piano, was "leer" war, und kein Solo, was nicht beseelt gewesen wäre. Ich hatte zudem das Glück, dass Simon Rattel selbst das Orchester dirigierte (das ist bei Auslandsreisen auch nicht immer der Fall, dass der Chefdirigent dirigiert). Er war sehr konzentriert, wie das ganze Orchester überhaupt. Wenn er die Ziffer sagte, von der ab er etwas wiederholen wollte, gab es kein langes "Blättern" oder "Rumsuchen", es ging sofort los. Unglaublich! Es war wirklich ein tolles Erlebnis.

13. November 2017

Apropos Lebensmittelsicherheit

Die Sicherheit von Lebensmittel ist hier ein viel diskutiertes und erörtertes Problem. Es hat nicht den Stellenwert der Luftproblematik, aber dennoch einen hohen. Vor allem in der Expatriate Community beschäftigt es viele. Es gibt tatsächlich welche, die schon länger in China leben und auch gern hier leben, die nur importierte Waren essen- also von Fleisch bis zum Salat. Das ist natürlich sehr teuer. Auch umwelttechnisch ist das ein Problem durch die Transportwege. Ich muss gestehen, dass es mir sehr schwer fällt, das Thema einzuschätzen. Denn natürlich sieht man dem Gemüse oder dem Fleisch die Umweltgifte, die drin sind (oder eben auch nicht) nicht an. Bisher haben wir immer hier beim lokalen Markt gekauft. Aber nach längerem Hin und Her habe ich jetzt angefangen, bei Bauern hier aus der Shanghaier Gegend, Äpfel und Gemüse zu kaufen. Diese Bauern haben kein EU Zertifikat (in Bezug auf die Benutzung von Pestiziden), aber sie handeln nach deren Norm. Das Zertifikat zu erwerben ist wegen der ausführlichen Prüfung vor Ort wohl recht teuer. Ob das Gemüse nun wirklich besser ist, als das reguläre, kann ich aber nicht sagen. Vom Geschmack kann ich keinen Unterschied erkennen. Was mich schon nachdenklich stimmt ist, dass ja auch auf das Bio Gemüse dergleiche Regen fällt, mit aus der Luft gewaschenen Schwermetallen... Komplizierte Welt.

29. Oktober 2017

Vortrag Musik und Poesie

Am vergangenen Wochenende habe ich bei einer Veranstaltung der "Interpreters Association" (die Gilde der Übersetzer) gesungen. Das Thema der Veranstaltung war:" Die Geburt der Musik durch die Poesie." Das war natürlich genau das richtige für mich. Denn Übersetzer, die sich mit Poesie beschäftigen, tun genau dasselbe wie ich. Sie lehnen ihr Ohr an die Worte und versuchen, deren "Herzschlag" zu verstehen, um ihn zu übersetzen. Und zwar eben nicht das Wort, sondern den Herzschlag. Dasselbe tue ich auch, nur dass bei mir noch die Musik hinzukommt, die dem reinen Wortes eine weitere Dimension hinzufügt. Gewünscht hatten sich die Übersetzer Schubert Lieder, wegen seines 220 jährigen Geburtstags. Sie schlugen mir die Lieder sogar selbst vor, und es waren die absoluten Klassiker darunter wie "Lindenbaum" und "Gretchen am Spinnrade", aber auch der "Leiermann". Nach meinem Auftritt gab es dann noch einen Vortrag eines Musikwissenschaftlers, der über den Inhalt der Gedichte und deren Bedeutung im Lied sprach. Er nahm auch auf mich Bezug und sagte: "Bei einem Gesangsvortrag sind nicht nur die Worte wichtig, sondern auch die Bewegungen und vor allem ist es der Atem, der Ausdruck und Bedeutung hat." Ich fühlte mich sehr verstanden und war selig!

5. Oktober 2017

Xin Ren

Seit wir hier angekommen sind, bin ich fleissig am Chinesisch lernen. Es ist nicht so schwer, wie man es sich vorstellt, man kann relativ schnell anfangen zu sprechen. Denn es gibt gar nicht viel Grammatik (Substantive werden nicht dekliniert, Verben nicht konjugiert), aber manch anderes ist dafür wieder sehr schwer. Einerseits die Aussprache (wobei ich natürlich als Sängerin einen Startvorteil habe), aber auch manche extrem verkürzte Satzkonstruktion. Es passiert mir, dass ich bei einem Satz zwar die Wörter im einzelnen verstanden habe, und trotzdem nicht begreife, was es heißt. Das ist manchmal frustrierend. Ausserdem es gibt viele sehr kurze Wörter (bestehend aus nur einem Konsonant!), die in verschiedenen Tönen und Kontexten verschiedenes heißen. Es gibt aber auch sehr poetische Worte: Zum Beispiel setzt sich das Wort Vertrauen aus "Herz" (xin) und "Mensch" (ren) zusammen. Ist das nicht schön?

19. September 2017

Chonqing, Chengdu, Kunming

Die Clara Tournee geht weiter: am letzten Wochenende hatten wir drei Vorstellungen an drei aufeinanderfolgenden Tagen in drei verschiedenen Städten. Chongqing ist eine Stadt mit mehr Einwohnern als Shanghai (ich hörte mal: "die größte Stadt der Welt, die keiner kennt"), Chengdu ist die Hauptstadt von Szechuan, und Kunming die Hauptstadt von Yunnan. Alles sehr aufregende Städte. In Chongqing haben wir in einem Konzertsaal gesungen, nicht in einem Theater. Daher war die Akustik sehr gut. Die Architektur des Theaters war auch interessant: Es sah aus, wie übereinander geschachtelte Balken, abwechselnd in rot und schwarz. In Chengdu hatten wir unseren größten Erfolg an diesem Wochenende. Der Konzertsaal mit 900 Plätzen war fast ausverkauft, und das Publikum war sehr konzentriert. Das war wirklich ein Vergügen gewesen. Aussserdem konnten wir aufgrund der Gegebenheiten unserer Aufführung noch ein interessantes Detail hinzufügen: Es gibt ein Brahms Lied, das ich zwei Mal singe. Das tat ich beim 2. Mal normalerweise hinter der Bühne, so dass es wie eine Reminiszenz klang. Aber dieses Mal stieg ich hinauf auf die Galerie, so dass ich im weißen Kleid, wie der Geist von Clara Schumann erscheine. Das war ein toller Effekt, den wir dann in Kunming in abgewandelter Form wiederholt haben. Es ist schön, dass sich das Stück immer noch weiter entwickelt.

Nach der Vorstellung in Chengdu habe ich ausserdem noch einen ehemaligen Kommilitonen getroffen. Er ist mittlerweile Professor am Konservatorium in Chengdu, und kam extra zu unserem Konzert, obwohl er frischgebackener Vater ist. Er hat mich danach noch ausgeführt, und wir haben über "alte Zeiten" gesprochen. Manchmal ist die Welt doch sehr klein!

 

8. September 2017

Lijiang

Am vergangenen Wochenende war die Altstipendiaten Tagung der Konrad Adenauer Stiftung in Lijiang. Sie findet einmal pro Jahr statt, und für mich ist das eine schöne Gelegenheit, mehr von China zu sehen, und ausserdem die Altstipendiaten der KAS in China zu treffen. Dabei sind viele Ingenieure, aber auch Anwälte und Sprachwissenschaftler. Es erstaunt mich, was für ein hervorragendes Deutsch die meisten sprechen. Immerhin sind manche schon seit Jahrzehnten zurück in China! Ausserdem finde ich die Atmosphäre unter den Altstipendiaten ausgesprochen herzlich. Es hat etwas von einem Familientreffen. Auch die Wahl des Ortes war etwas ganz besonderes: Lijiang liegt an den Ausläufern des Himalaya, ist 2500 Meter hoch, an der alten Seidenstraße gelegen und war das Tor nach Tibet. Es gibt dort eine Brücke, über die jahrhundertelang alle Waren und Menschen, die nach Tibet wollten, drüber mussten. Man sieht heute noch die Hufabdrücke der zahllosen Mulis. Das ist sehr faszinierend zu sehen. Die Altstadt von Lijiang schmiegt sich buchstäblich an den (Drachen-) Berg, man kann sich in den kleinen Gassen vollkommen verirren (was uns auch passiert ist). Alle Häuser sind aus Holz gebaut und liegen dicht an dicht. Ich möchte mir nicht vorstellen, wie oft es dort gebrannt hat. Ganz in der Nähe von Lijiang entspringt eine Quelle, deren Wasser im ganzen Land berühmt ist. Wir sind mit dem Pferd dorthin geritten, wo das Wasser aus dem Berg quillt, und sich dann in mehreren kleinen Teichen sammelt, bevor es ins Tal fliesst. Es gab viele Fische (Forellen und Saiblinge), und das Wasser war so klar, dass man buchstäblich auf den Grund sehen und jede Fischschuppe erkennen konnte. Falls ihr weiter lesen wollt, gibt es unter folgendem Link einen 

 Wikipedia Artikel über Lijiang

 

Anbei meine schönsten Fotos:

 

1. September 2017

Shenzhen

Unseren September- Tournee Auftakt hatten wir in Shenzhen. Das ist die Stadt, von der man aus mit der U-Bahn nach Hongkong fahren kann. Wahrscheinlich ist das die einzige U-Bahn der Welt mit internationalem Transfer und Passkontrolle :-) Jedenfalls hat es mir dort sehr gut gefallen. Das Theater war sehr modern, und alle waren professionel, vom Beleuchter bis zum Bühnenarbeiter. Wir hatten auch einen musikalisch gelungenen Auftakt. Ich wusste nicht so genau, wie es wohl sein wird nach einer 2 monatigen Pause. Aber alle meine Bedenken waren ohne Grund gewesen. Ich hatte noch alles präsent und bei manchem konnte ich sogar mehr gestalten als vorher. Das machte mich sehr zufrieden. Eine witzige Sache ist auch noch passiert. Die Pianistin und mich plagte vor der Vorstellung noch ein leichtes Hungergefühl. Daher sind wir aufgebrochen, um ins Restaurant zu gehen. Als wir das Theater verliessen war der Himmel schon sehr dunkel, aber wir dachten uns nicht viel. Doch just in dem Moment, in dem wir das Restaurant betreten, fing ein Gewitter an, bei dem man meinen konnte, es fällt uns gleich der Himmel auf den Kopf. Obwohl wir einige Zeit abwarteten, wurde der Regen nicht weniger, und so entschlossen wir, uns "in die Fluten zu stürzen". Das Wasser spritzte buchstäblich von allen Seiten, aber dennoch sind wir zwar nass, aber heil im Theater angekommen. Was für eine Aufregung!

 

24. August 2017

Video "Ode to the sea"

Da ist das Video, das für die Bewerbung vom China Maritim Museum am Bund gedreht wurde. im Hintergrund sieht man die weltberühmte Skyline von Shanghai. Meiner chinesischen Version des Gedichtes merkt man doch sehr an, wieviel Mühe ich mir geben muss! Aber seht selbst:

 

"Meerestille" von Goethe auf deutsch und chinesisch

 

Lasst euch bitte nicht von der chinesischen Werbung irritieren. Rechts oben kann man sie weg klicken.

20. August 2017

Sommer

Die letzten Wochen habe ich mit meiner Familie in Deutschland verbracht. Es war ein schöner Moment gewesen, zurück zu kommen. Ich sah den Himmel, dieses satte Grün, die gewohnten Straßen. Wenn man das ein Jahr lang nicht gesehen hat, sieht man es mit neuen Augen. Ich war über vieles sehr glücklich. Die Natur, die Zeit mit vertrauten Freunden, mit der Familie und auch über das Autofahren, bei dem man sich tatsächlich vorwärtsbewegt... ;-) Mir ist aber auch aufgefallen, dass Deutschland einfach nicht so kinderfreundlich ist. In manchen Situationen war ich doch angespannt und musste die Kinder im Zaum halten, damit sich niemand ärgert. Aber das soll die Freude nicht trüben. Jetzt sind wir wieder in Shanghai, und schon nächste Woche wird es mit der Clara Schumann Tournee (in Shenzen) weiter gehen. Ich freue mich darauf!

17. Juli 2017

Neues Video auf YouTube

Gerade habe ich durch Zufall ein Video von mir auf YouTube gefunden. Ein Veranstalter eines Konzerts letzten Jahres im März hat es aufgenommen und in seinem Kanal online gestellt.

 

Video Carmen, Konzert 11. März 2016

 

Es ist schon wieder Carmen, aber vielleicht interessiert es euch trotzdem ;-)

 

 

 

24. Juni 2017

Ode to the sea- Meeresstille

Letzte Woche haben mich zwei Freunde gebeten, das deutsche Gedicht "Meeresstille" von Goethe für ein Projekt von ihnen zu lesen. Nachdem ich zugesagt hatte, haben sie mich höflich gefragt, ob ich dieses Gedicht auch auf chinesisch lesen könnte. Natürlich habe ich auch keine Sekunde gezögert ;-) Jedenfalls gab es dann ein Shooting am Bund, wo der Fluss Huang Pu fliesst, und die berühmte Skyline von Shanghai zu sehen ist. Mein Lesen wurde dann fleissig fotographiert (siehe unten), und auch auf Video aufgenommen. Dieses Video wird (zusammen mit anderen "Lesern") in der U Bahn Station des China Maritim Museums gespielt, um die dortige Ausstellung zu "promoten". Ich bin sehr gespannt, wie das Video werden wird. Noch mehr gespannt bin ich allerdings darauf, wie mein Chinesisch klingt! Ich hoffe sehr, dass man es verstehen kann. Als ich es meiner Chinesisch Lehrerin vorgelesen habe, hatte sie- zumindest beim zweiten Vers- ein ziemlich großes Fragezeichen im Gesicht.... Nun ja, wir werden sehen!

 

 

 

18. Juni 2017

Clara Schumann Tournee im Juni

Hinter mit liegen einige aufregende Wochen mit vielen Konzerten in ganz China. Wir waren schon in Kunming, Changsha, Wuhan, Yichang, Hangzhou, Shanghai, Nanjing, Songjiang und Wuxi. Es folgen noch Lianyungang, Peking und Tianjin. Wir haben in den unterschiedlichen Städten ganz unterschiedliche Voraussetzungen angetroffen. Manchmal haben wir nicht viel erwartet, weil es ein "kleiner" Ort war, d.h. in der Provinz liegt (aber natürlich auch 3 Millionen Einwohner hat!). Aber dann gab es dort einen modernen Konzertsaal mit schönen Garderoben und freundlichen Mitarbeitern. Und andersherum sind wir auch schon überrascht worden: So sind wir einmal in ein Theater gekommen, wo die Bühne buchstäblich eine Baustelle war (und dann auch das Klavier erst zwei Stunden später als angekündigt gekommen ist...). Ganz generell muss man aber sagen, dass wir immer die Möglichkeit hatten, das Beste aus den Gegebenheiten zu machen. Selbstverständlich ist es wunderbar, in einem Konzertsaal mit optimalen Bedingungen zu singen. Zum Beispiel das Plaza Theater in Shanghai war so ein Ort: Sehr gute Akustik, sehr gute Bühne, der Saal nicht zu groß (800 Plätze), und ein aufmerksames, erwartungsvolles Publikum. Das war schon toll! Aber auch zum Beispiel letzte Woche in Wuxi waren wir in einem ganz kleinen Theater, wo erst mal die Bühne geputzt werden musste und das Publikum noch nicht mit dem Konzept "Konzert" vertraut ist (d.h. es wurde viel gequatscht). Dennoch möchte ich es nicht missen, denn wahrscheinlich hat das Publikum zum ersten Mal diese Art von Lieder gehört. So konnten wir ihnen etwas bringen, womit sie sonst wahrscheinlich nicht in Berührung gekommen wären. Und nach dem Konzert gab es dann auch ein großes Hallo mit vielen "Dankeschöns" und natürlich unendlich vielen Fotos.

Es ist für mich das erste Mal, ein Konzert so oft zu singen. Natürlich gab es auch schon in Deutschland einige Klassiker, die ich immer wieder gesungen habe (zum Beispiel das Weihnachstoratorium). Aber es ist neu, dass ich ein Programm in so kurzer Zeit immer wieder singe. Meistens sind wir ja drei Tage am Stück unterwegs, wo die Tage folgendermaßen ablaufen: Morgens Anreise, Mittags Probe, Abends Konzert, und am nächsten Tag dasselbe. Das ist natürlich auch anstrengend, und manchmal verliere ich etwas die Orientierung, wo wir jetzt gerade sind. Aber ich genieße unsere Gemeinschaft. Wir sind ja zu viert: Unsere Managerin, die Schauspielerin, die Pianistin und ich. Wir lachen zusammen, wenn man etwas chaotisch abläuft und helfen uns, wenn mal etwas nicht so klappt. Das ist auch eine schöne Erfahrung. Ausserdem schlägt sich die Managerin meistens mit den Theaterleuten (Licht, Ton,etc.) herum, das finde ich auch entlastend. Also alles in allem eine sehr gute Erfahrung für mich. Ich bin sehr, sehr froh, dass ich das machen kann!

 

 

1. Juni 2017

Leben in China- Essen!

In China ist das Essen eine ausgesprochen wichtige Angelegenheit. Das geht soweit, dass sich die ältere Generation noch mit einem "Hast du schon gegessen?" und nicht mit "Wie geht es dir?" begrüßt. Es gab auch schon die witzige Situation im letzten Jahr bei einer Probe zur deutschen Woche: Prof. Wagenhäuser und ich hatten nicht viel Porbenzeit, daher wollten wir die vorhande bestmöglich nutzen und nicht zuviel Zeit mit dem Essen verlieren. Deshalb war die Antwort auf die Frage der Assistenin, was und wann wir denn essen möchten, schnell mit einem "Gerne einfach ein Sandwich" beantwortet. Das liess die Assistentin völlig ratlos zurück, und als wir dann auch noch einfach im Probenraum unser "Mittagsmahl" einnahmen, verließ sie ganz der Glaube. Das war zu schön!

Jedenfalls ist es nicht nur wichtig, wann und welche Küche man ist (das heißt von welcher Provinz), sondern auch was man ist. Denn das Essen wird in direkter Verbidnung mit dem leiblichen Wohl gesetzt. Es gibt Gerichte, bei denen das YinYang gut ist, das bedeutet, dass man gesund bleibt und gut wächst. Zum Beispiel ist unsere Familienhilfe davon überzeugt, dass wir so wenig krank sind, weil wir Butter essen (und natürlich ihre YinYang Gerichte).  Aber man muss auch in besonderen Situationen (Geburt eines Kindes, etc.) besondere Dinge essen. Rezepte die von Generation zu Generation weiter gegeben werden. Mir erscheint das manchmal fast niedlich, aber vielleicht steckt mehr dahinter, als ich denke. Denn es ist Fakt, dass ich seit November noch nicht mal einen Schnupfen hatte!

25. Mai 2017

110 Jahre Tongji Universität

Dieses Jahr wird der 110 jährige Geburtstag der Tongji Universität begangen. Die Tongji ist herausragend in den vielfältigen Beziehungen zu deutschen Universitäten. Es gab aus diesem Anlass natürlich auch einen Festakt mit hohem Besuch, (sowohl von chinesischer als auch von deutscher Seite) und ein Konzert des studentischen Orchesters der Musikhochschule Trossingen. Das war wirklich etwas besonderes: Sie spielten einfach sehr schön (vor allem die "Sheherazade" von Rimsky Korsakow), und ich war ganz bezaubert. Es ist doch ein Unterschied zu einem "professionellen" Orchester, und ich meine das im positivem Sinne. Denn man merkte, dass dieser Auftritt, überhaupt diese ganze Reise hierher, in diese fremde Welt, etwas besonderes für die Studenten ist. Sie sind eben noch nicht daran "gewöhnt", und das hat es so besonders und bezaubernd gemacht. Ausserdem habe ich mich sehr gefreut, im Nachhinein ganz überraschend eine ehemalige Studentin von mir zu treffen. Jedenfalls war das ein sehr schönes "Plädoyer" für eine Intensivierung der Kooperation, und ein tolles Geschenk an die Tongji zum 110. Geburstag!

15. Mai 2017

Interview Deutschlandfunk

Vor 2 Wochen hat der hiesige Veretreter der ARD ein Interview für den Deutschlandfunk über die Studiengebühren für Ausländer an den Baden Württemberger Musikhochschulen mit mir gemacht. Schon im Vorgespräch schien er etwas überrascht, dass ich eine dezidiert positive Meinung zu Studiengebühren im allgemeinen, wie auch in diesem speziellen Fall habe. Ich denke, dass es richtig ist, Studiengebühren zu erheben, denn das Musikstudium ist das zweit- teuerste Studium überhaupt (nach Medizin). Da darf es auch eine Rolle spielen, wenn ein Student aus dem Nicht-europäischen Ausland kommt, diese Ausbildung genießt, und später in seinem eigenen Land natürlich davon profitiert. Manche Gegner führen an, dass die Musikhochschulen sowieso für den internationalen "Markt" ausbilden, und es somit keinen Unterschied machen darf, wer woher kommt. Aber ich sehe das umgekehrt, gerade wenn man international denkt, muss man einsehen, dass in allen anderen Ländern, in denen ein Musikstudium angeboten wird, Studiengebühren erhoben werden. Nicht ganz glücklich war ich allerdings darüber, dass in dem Interview, das nachher erschien, dieser Satz so heraus gehoben wurde, dass "etwas, was nichts kostet, nichts wert sei". Das habe ich zwar genauso gesagt, aber das war natürlich nicht als Argument für Studiengebühren gemeint. Denn das ist es nicht. Nun ja, Sie können ja selbst hören. Im folgenden der Link zur Print Version des Interviews.

http://www.swr.de/swraktuell/studiengebuehren-in-bw-fuer-chinesische-studenten-sogar-attraktiver/-/id=396/did=19474616/nid=396/1vycdmt/index.html

5. Mai 2017

Leben in China

Shanghai ist eine sehr aufregende und vielseitige Stadt. Und da ich auch nach fast 2 Jahren die Stadt nur ansatzweise kenne, bin ich bei einem Shanghai Walk mit gegangen, bei dem wir ganz unbekannte Viertel erkundet haben. Diese "Walks" werden vom Deutschen Club angeboten und von einer Frau geleitet, die Shanghai schon sehr lange und gut kennt. Der Walk begann in einem der "Hochglanzviertel", das vor 10 Jahren gebaut worden ist und sehr westlich ist. Danach gingen wir um zwei Ecken (ich übertreibe nicht!) und fanden uns in einem sehr engen "LiLong" wieder (das heißt wörtlich Nachbargemeinschaft). Das ist ein Viertel, von Engländern gebaut, in dem noch über 100 Jahre alte Häuser stehen. Es soll in Kürze angerissen werden. Dieses Viertel hat einen großen Charme, da es das ist, was man sich unter China vorstellt. Alte Männer sitzen vor den Häusern, trinken Tee und spielen Majiong. Überall hängt Wäsche, es gibt noch Milchkästen an der Wand, und die Kinder schlüpfen mit nacktem Popo von Tür zu Tür. Anbei sind einige Fotos. Aber bei aller Romantik versteht man auch, welche Mühsal es bedeutet, in solch einem LiLong zu wohnen. Der Wohnraum der einzelnen Häuser (man kann es fast so nicht nennen) ist ganz klein (man schläft buchstäblich Wand and Wand), und es gibt keinen ordentlichen Wasseranschluss. Das bringt es mit sich, dass es in diesem ganzen Viertel nur öffentliche Toiletten und Duschen gibt. Ausserdem ist die Bausubstanz schon sehr alt, mit vielen Rissen, die dann notdürftig geflickt werden.  Nach diesem Walk war ich doch etwas hin und her gerissen. Einerseits denke ich, ist das ein Shanghai, was schützenswert ist, und da dort viele alte Menschen noch wohnen, wird es schwer für sie sein, sich in neuer Umgebung wohl zu fühlen. Andereseits muss man auch deutlich sagen, dass die Lebensbedingung dort nicht gut sind. Auch aus hygienischer Sicht. Die meisten Bewohner haben sogar noch einen "Honigtopf" (so wird er wirklich genannt!) der allmorgendlich von der Fäkal-Müllabfuhr geleert wird. Nun ja, bei so etwas gibt es wahrscheinlich keine einfache Lösung...

22./23. April 2017

Clara Schumann Nanjing, Songjiang

Nach dem Auftritt im Generalkonsulat ging es am darauffolgenden Samstag "richtig" mit dem Konzert über Clara Schumann in Nanjing los. Wir waren natürlich alle ziemlich aufgeregt, und wir haben noch geprobt, bis buchstäblich das Publikum in den Saal gelassen wurde (leider fiel dadurch das Abendessen aus, was mir doch etwas gefehlt hat- aber für die holde Kunst war Proben besser als Essen ;-) Das Konzert war gut besucht, und die Akustik vielleicht nicht ganz ideal, aber wann ist sie das schon mal? Die Bühne war rund, was ich sehr spannend fand, denn so saß kein Zuschauer wirklich weit weg von der Bühne. Und ich konnte mich viel bewegen und war dabei immer jemand anders "nahe". Akustisch war das allerdings für die Pianistin ein Herausforderung, denn wenn ich mich bewegte, hörte sie mich immer "von woanders", manchmal mit mehr Hall, manchmal weniger. Das war wirklich schwierig. Aber Chantal Largier hat das gut gemeistert, und es haben auch alle Übergänge mit der Schaupsielerin geklappt, so dass wir sehr zufrieden sein konnten. Am nächsten Tag sangen und spielten wir dann im Theater von Songjiang, wo die Akustik nun wirklich schwierig war, aber die Bühne und das Licht waren toll. Bezüglich der räumlichen und akustischen Bedingungen halte ich es mit "Loriots" Frau Kleinert: "Immer haben sie was. Sänger haben immer irgendwas" ;-)

19. April 2017

Auftakt Clara Schumann

Am letzten Mittwoch hatten wir die erste Aufführung von den Clara Schumann Konzerten im deutschen Generalkonsulat in Shanghai. Das war wie schon letztes Jahr sehr nobel, und Herr Rothen und im besonderen seine Frau waren wie immer wunderbare Gastgeber. Es hat dann soweit auch alles gut geklappt, wir konnten allerdings nur die Hälfte des Programm machen, da das Konzert 60 Minuten nicht überschreiten durfte. So haben wir jetzt vor dem Konzert am Wochenende in Nanjing noch nicht alle Übergänge "gesichert", aber es wird schon schief gehen :-) Also, alle bitte die Daumen drücken!!

 

22. März 2017

3. Deutsche Woche in Tongji Universität

Vom 21. bis zum 28. März fand an der Tongji Universität die dritte deutsche musikalische Woche statt. Wie auch in den letzten Jahren waren viele Professoren aus Trossingen gekommen, um hier zu konzertieren und Meisterklassen zu geben. Diesmal waren keine Gesangsprofessoren dabei, aber dafür eine Abteilung aus der "Alten Musik", was sehr spannend war. Denn Barock Musik hört man hier in China sehr wenig. Es gab dann auch einige Aufregung, da das eigentlich vorgesehene Cembalo nicht eintraf, und dann schnell ein anderes für das Konzert gefunden werden musste. Das war gar nicht leicht zu finden! In diesem Jahr hatte ich das Vergnügen mit Prof. Wagenhäuser beim Gala Konzert aufzutreten und zwar mit chinesischen Liedern. Ich war doch etwas aufgeregt gewesen, aber ich hatte mir natürlich im Vorfeld fachliche Hilfe geholt (danke Weihong!), und es klappte dann auch gut. Chinesisch hat sehr viele Obertöne, und es singt sich nicht schlecht. Man muss aber die Balance finden zwischen einer starken Kopfstimmfunktion und der meiner Stimmer eigenen Brustanteil... Das ist wohl für die meisten reines Sängerlatein ;-) 

Ausserdem sang ich noch ein Konzert mit den "Sieben Spanischen Lieder" von Manuel de Falls in der Version für Gitarre. Das war mir ein ausserordentliches Vergnügen! Mit Gitarre zu singen ist für Sänger besonders angenehm, denn man kan nie "übertönt" werden. Egal wie leidenschaftlich Prof. Hampel auch spielte, ich war nie Bedrängnis. Das gab mir viel musikalische wie auch stimmliche Freiheit. Zudem sind die Lieder einfach grandios, es sind sieben ganz unterschiedlichen Preziosen. Wunderbar. Am liebsten würde ich sie gleich morgen nochmal singen!

 

1. März 2017

Konzert Shanghai Concert Hall

"A great passion- the life and death of Schubert" Das war der Titel unseres Konzerts in der großartigen Shanghai Concert Hall. In diesem Jahr jährt sich der Geburtstag von Schubert zum 220. Mal, das war der ursprüngliche Anlass für dieses Konzert. Seit meinem Studium ist Schubert ein ganz besonderer Komponist für mich. Für mich verbindet er in seinen Liedern auf einzigartige Weise Text und Musik. Man muss nichts wissen, um Schubert zu verstehen, man versteht ihn intuitiv. Er hat in seinem nur 31 Jahre währenden Leben allein 600 Lieder geschrieben. Er tat das ohne große Korrekturen, sondern schrieb "einfach" nieder, was er innerlich gehört hat. Er musste viele Kämpfe bestehen, um komponieren zu können, und fand Zeit seines Lebens nur wenig Anerkennung für seine Werke. Das ist fast nicht zu glauben, und bewegt mich auch jetzt, wenn ich es schreibe. Natürlich möchte ich mich nicht mit Schubert vergleichen, aber auch ich hatte immer wieder schwierige Zeiten, wo ich mich fragte, ob die Musik der richtige Weg ist, und wo ich auch manchmal verzweifelt war. Aber gleichzeitig war da dieser innere Drang und diese unaussprechlich schönen Momente, die ich durch die Musik erlebt habe, die mich weiter auf diesem Weg hielten. Ich bin sehr dankbar für dieses konzert, aber noch dankbarer bin ich für Schubert selbst, für seine Musik.

23. Februar 2017

Konzert Schule

Die Schule, auf der unsere Kinder sind, ist eine deutsch- französische Schule. Das hört sich erstmal sehr schön an, man muss allerdings wissen, dass das zwei voneinander getrennte Schulsysteme sind; also zwei verschiedene Schulen, die, sozusagen wie zufällig- unter einem Dach sind. Jedenfalls fand ich es vor diesem Hintergrund sehr schön, als mich eine französische Sopranistin ansprach, ob wir nicht mal ein gemeinsames Konzert machen wollen. Das fand dann auch gleich Anklang bei den Verantwortlich der Schule, und so konzipierten wir einen deutsch-französischen Gesangsabend. WIr sangen (natürlich!) das Blumenduett aus Lakmé von Leo Delibes, das wunderbare Duett "Belle nuits" aus "Le conte de Hoffmann" von Jacques Offenbach und Duette von Mendelssohn und Brahms. Daneben hatten wir auch einige Solostücke, auch jeweils auf französisch und deutsch. Begleitet hat uns dabei der excellente Pianist Li Weijie. Auch das fand ich ein schönes Zeichen, denn so fanden alle drei Nationalitäten an diesem einen Abend zusammen. Musik verbindet doch nochmal auf andere Weise, als nur Worte es könnten.

14. Februar 2017

Konzerttournee

Seit einiger Zeit bin ich mit einer Agentin im Gespräch einen Abend über Clara Schumann zu konzipieren. Das ist jetzt alles so weit gediehen, und der Konzertabend wird die Beziehung zwischen Clara und ihrem Mann Robert Schumann, aber auch ihr Verhältnis zu Johannes Brahms beschreiben. Mit dabei ist eine Schauspielerin, die die Geschichte auf chinesisch aus Sicht von Clara erzählen wird. Zudem haben wir die Stücke so ausgewählt, um Claras Gefühle und ihre Konflikte zu verdeutlichen. Das ist ein neues Konzept, weg von dem reinen Musikabend, hin zu dem Erzählen einer Geschichte. Ich freue mich darauf sehr. Vor allem, weil es gelungen ist, für den Abend- ohne dass er bisher überhaupt aufgeführt wurde (geschweige denn geprobt ;-)- schon 14 Theater zu interessieren! Wir werden Konzerte in Peking, Kunming, Nanjing, etc. etc. aufführen. Das ist ein schöner Erfolg, und ich freue mich darauf sehr. Jetzt müssen wir nur noch schauen, was wir mit den Kindern machen...

28. Januar bis 2. Februar 2017

Besuch in Xi'An

Man kann nicht in China sein, ohne die Terrakotta Armeee gesehen zu haben. Daher haben wir uns in den Ferien zu chinesische Neujahr aufgemacht, und haben die weite Reise nach Xi'An angetreten (die Zugfahrt hat 8 Stunden gedauert...). Dennoch war es die Reise wert! Das Museum liegt ausserhalb der Stadt, und auf dem Weg dahin merkten wir schon, dass wir nicht die einzigen waren, die die 2200 Jahre alten Soldaten sehen wollte. Es war wirklich brechend voll, so dass wir durch die Ausstellung nur "durchwogen" konnten! Aber was wir sahen, war fanszinierend. Die Soldaten, die Pferde, die Wagen sind ganz detailliert gestaltet. Jeder einzelne hat eigene Gesichtszüge, verschiedene Haltungen, verschiedene Dienstgrade (erkennbar unter anderem an den Schuhen) und vieles mehr. Bei einem Soldaten konnte ich sehen, dass sogar die Handlinien gezeichnet wurden (obwohl seine Hände nur nach innen zeigen). Man hat sogar daran gedacht, Luftlöcher in die Figuren einzubauen, damit sie nicht feucht werden. Es ist fast nicht vorstellbar, mit wieiviel Sachkenntnis und Sorgfalt die Erbauer damals an Werk gegangen sind. Und dann stand diese Armee 2200 Jahre unter der Erde nur um durch einen Zufalll entdeckt zu werden. Unglaublich!

21. Januar 2017

Shanghai Oriental Arts Centre

Nach der Weihnachtspause ging es direkt los mit der Vorbereitung auf ein Konzert in dem größten Saal in Shanghai- das Shanghai Oriental arts Centre. Dort treten alle große Namen auf. Als wir unserer Probe im Saal hatten musste das "Concertegbouw" Amsterdam warten, bis wir fertig waren- unglaublich!! Das ist eines der berühmtesten Orchester der Welt! Der Dirigent hatte mich für dieses Konzert recht kurzfristig angefragt (wie das ja hier meistens der Fall ist), aber natürlich war ich bereit und voller Freude, dort singen zu dürfen. Auf dem Programm standen Brahms "Liebeslieder" und das Duett "La ci darem la mano" von Zerlina und Don Giovanni aus der gleichnamigen Oper. Ich habe ja nie viel Oper gemacht, umso schöner war es, dass wir das Stück dann auch etwas "inszeniert" haben mit passendem Schleier, etc. Der Bereich hinter der Bühne war auch sehr nobel mit großem Spiegel, bequemen Sessel und sogar eigener Dusche. Ich war im Himmel!

2. Januar 2017

Weihnachstpause- Urlaub

Hier in Shanghai ist es anders als in Deutschland, wo Weihnachten ja in sängerischer Hinsicht die Großkampfzeit ist. Hier gibt es eben keine Weihnachstkonzerte (ich habe z. B. nirgendwo ein Plakat für das Weihnachstoratorium gesehen), das fehlt mir dann schon. Aber das Positive ist, dass dafür Zeit ist, Urlaub zu machen. Im vergangenen Jahr waren wir ja in Thailand, und dieses Jahr haben wir zwei Wochen auf den Phillipinen verbracht. Es war dort ein traumhafter Strand mit sauberen Wasser und einem Sonnenuntergang wie aus dem Bilderbuch! Wir sind morgens praktisch aus dem Bett ins Meer gefallen. Auch das Essen hat uns sehr gut geschmeckt und die Angestellten des Resorts waren sehr nett und hatten unsere Kinder ins Herz geschlossen. Die Anreise war etwas mühevoll gewesen mit Nachtflug und amschliessender langer Autofahrt, aber als wir da waren, wussten wir sofort, dass es sich gelohnt hat. Anbei ein paar Fotos, die sprechen für sich selbst!

15. Dezember 2016

Leben in Shanghai- Advent

Im Laufe meiner Erzählungen haben Sie sicher schon gemerkt, dass ich sehr gerne hier in China, bzw. Shanghai bin. Allerdings gibt es auch den "Wehmutstropfen", dass die Umgebung hier in Shanghai sehr sekular ist. Ich bin zwar sehr froh, auch hier eine Gemeinde, einen Bibelkreis und auch Gebetszeiten gefunden zu haben. Und dennoch wird es einem hier schwerer gemacht. Zum Beispiel findet die Messe nur alle 2 Wochen statt. An dem dazwischen liegenden Sonntag gibt es-(ausser dem englischen Gottesdienst) kein Angebot für katholische Christen. Das hintelässt bei mir doch eine Leere. Gerade im Advent wird mir das sehr deutlich. In Deutschland gibt es doch noch einen gewissen Einfluss des Kirchenjahres auf das öffentliche Leben. Das fehlt hier natürlich völlig. Aber es haben sich schließlich schon viele Dinge hier sehr schnell geändert- wer weiß...

   

29. November 2016

Aufnahme Turandot

Vor einigen Wochen fragte mich ein Bekannter einer Bekannten, ob ich die Arie "Nessun dorma" singen kann. Es werde jemand für eine Aufnahme gesucht. Ich dachte erst an einen Scherz. Nessun dorma ist die berühmte Arie aus Turandot von Puccini gesungen von Pavarotti bis Paul Potts, die aber natürlich erstens von einem Mann und zweitens von einer hohen Stimme gesungen wird. Also nahm ich das erst mal gar nicht ernst. Aber diese Bekannte ließ nicht locker und sagte, es würde dafür wirklich eine weibliche Stimme gesucht. Also telefonierte ich mit dem Verantwortlichen, und er erklärte mir dann, warum sie eine weibliche Stimme brauchen. Es wird ein Cartoon sein, in dessen Geschichte ein Professor einen Vortrag über die Aufführung von Turandot im Jahre 1989 in der Verbotenen Stadt in Peking hält (die hat es tatsächlich gegeben, was ich gar nicht wusste). Im Laufe seines Vortrags möchte er die Arie "Nessun dorma" vorspielen, aber der CD Spieler funktioniert nicht. Da kommt die Putzfrau ins Spiel, die anfängt, diese Arie wunderschön zu singen. Und diese Putzfrau hat nun meine Stimme! Ich muss sagen, dass ich am Anfang ziemlich skeptisch war, was das alles soll, und ob das nicht irgendein unseriöse Geschichte ist. Aber am Ende waren sie alle sehr professionell und haben alles so angenehm wie möglich gemacht. Ich hatte zum Bespiel gesagt, dass ich diesen Endton (das hohe B) nicht endlos oft wiederholen kann. Das war überhaupt kein Thema, ich musste mich nicht erschöpfen, sondern sang ihn bis sie ihn "im Kasten", und das war es dann auch. Ausserdem haben sie auch eine Videoaufnahme von mir gemacht, um zu sehen, wie ich mich bewege, und was in meinem Gesicht passiert. Das war auch für mich sehr spannend! Verrückte Sache! Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis der Film fertig ist. Aber ich werde auf jeden Fall davon berichten.

 

   

16. November 2016

HSK II

Ich habe den Chinesisch Test bestanden! Und sogar ziemlich gut. Es ist die zweite Stufe der HSK Tests. Das sind standardisierte Tests, die landesweit durchgeführt werden. Es war etwas seltsam, wieder in einer Prüfung zu sitzen, aber ich bin sehr froh, dass ich es gemacht habe!    

11.November 2016

Konzert USST

Ich war wieder von dem deutschen Kulturzentrum einer hiesigen Universität eingeladen worden, ein Konzert zu singen. Letztes Jahr hatte ich dort mein erstes Konzert in China gesungen. Umso schöner war es, noch einmal eingelagen zu werden. Es war ein Duo Abend mit der spanischen Sopranistin Laura Alonso Padin, die ebenso wie ich an der Musikhochschule in Karlsruhe studiert hat. Leider hatten wir nicht viel Zeit über gemeinsame Professoren zu quatschen, denn sie kam erst am Tag vor dem Konzert an. Wir hatten also gerade mal eine Probe für unsere gemeinsamen Stücke! Das war nicht viel, aber da wir beide gut vorbereitet waren, hat alles gut geklappt. Und nach dem Konzert hatten wir dann doch noch etwas Zeit bei einem schönen Abendessen, unsere Erinnerungen an Karlsruhe auszutauschen ;-) Ich habe bei diesem Konzert das Stück von Mahler "Ich bin der Welt abhanden gekommen" gesungen. Ich kenne dieses Stück schon sehr lange, habe es aber nie gesungen. Mir war immer klar, dass man dafür eine persönliche Reife braucht, die ich am Anfang des Studiums (als ich das Stück zum ersten Mal hörte), natürlich noch nicht hatte. Damals nahm ich mir vor, es in meinem Abschlußkonzert zu singen. Aber auch dann war die Zeit nicht reif- immerhin 7 Jahre später. Doch nun habe ich es gesungen, und ich bin sehr froh. Auch darüber, dass ich so lange gewartet habe.    

 

1.November 2016

Carmina Burana Konzerte

Das Grand Poly Theater, in dem die Konzerte stattfanden, ist ein sehr großes und sehr modernes Haus. Es hat 2000 Zuschauer Plätze und der Bereich hinter der Bühne ist sehr modern und gut ausgestattet. Die erste Probe, bei der alle anwesend waren, also Tänzer, der Chor und Orchester, war genau einen Tag vor der Premiere. Das ist nicht optimal, denn manches Dinge, hört oder sieht man erst, wenn alles an seinem Platz ist. Und so war es dann auch, denn die Anordnung auf der Bühne war folgendermaßen: die Tänzer standen vorne auf der Bühne, dahinter (!) das Orchester und dahinter (!!) der Chor. Ergo: Man hörte vom Chor und auch vom Orchester kaum etwas. Das konnte nur mit Verstärkung gelöst werden. Ausserdem fehlten im Chor noch 10 Männerstimmen, die erst am nächsten Tag dazu kommen sollten (man konnte nur hoffen, dass sie dann auch kommen!). Und natürlich war ich auch aufgeregt, ob mit den Solisten alles klappen wird, denn für die war ja nun ich verantwortlich gewesen. Lange Rede, kurzer Sinn: Es ruckelte und hakte an einigen Stellen, das lässt die Nervosität natürlich steigen. Aber letzendlich konnten alle Schwierigkeiten überwunden werden, und es war eine außergewöhnliche Aufführung. Vor allem staunte ich über die Jugendlichen, die ohne jegliche Tanzerfahrung diese Stückes in einer Inszenierung von Royston Maldoom in 6 Wochen vorbereit haben. Einfach toll! Siehe Fotos :-)

 

22. Oktober 2016

Carmina Burana

Am kommenden Wochenende wird Carmina Burana aufgeführt (ich habe schon darüber berichtet). Die Aufführung ist ein riesiges Community Projekt mit 180 internationalen Laien-Tänzern, 100 Sängern und Solisten und einem großen Orchester. Der Dirigent ist Christian von Gehren, ein Deutscher, der 2016 den Carl Orff Preis bekommen hat. Bitte schauen Sie sich auch den Link http://www.harmony-shanghai.com/en/ an. Da ist alles ausführlich dargestellt; es lohnt sich sehr, sich diese Projekt näher anzusehen! Jedenfalls habe ich bei der Organisation mitgeholfen, indem ich die Solisten ausgewählt habe und in musikalischen Dingen beraten habe. Das ist alles sehr spannend für mich! Denn ich bekomme soviel von den Vorbeitungen und dem ganzen "Drumherum" mit, was mir normalerweise  verborgen bleibt. Ausserdem gibt es noch eine schöne Randnotiz: Den Dirigenten kenne ich aus Studienzeiten. Zwar hat er gerade seinen Abschluss gemacht, als ich angefangen habe, zu studieren, aber wir waren gemeinsam auf einer Party. Wir haben uns dann bei einem Abendessen über diesen und jenen Professor und Kommilitonen unterhalten und viel gelacht.

 

5. Otkober 2016

Hänsel und Gretel

Der interkulturelle Vormittag mit Hänsel und Gretel und einer chinesischen Geschichte lief etwas chaotisch ab. Es kamen sehr viele Kinder, viel mehr als wir erwartet hatten. Daher war es natürlich ziemlich unruhig. Wir hatten schon von den Gedichten "radikale" Kurzfassungen gewählt, aber dennoch war es fast zu lang für die Kinder. Beim Singen und Tanzen ging es dann auch "drunter und drüber". Nun ja, vielleicht müssen wir beim nächsten Mal die Teilnehmer Zahl etwas begrenzen, dann haben wahrscheinlich alle mehr davon. Trotzdem möchte ich es nicht missen! Ich finde es wichtig, diese Dinge zu machen und vielleicht haben die Kinder sogar mehr davon mit genommen, als ich annehme. Zumindest hoffe ich das ;-)

 

25. September 2016

Vortrag "Klassische Musik in China"

Am Sonntag war ich in einem Vortrag über klasische Musik in China. Ich war darauf sehr gespannt, und ich wurde auch nicht enttäuscht. Der Bratschen Professor des Conservatoriums erzählte, dass er 1999 vom Studium in Europa für einen Besuch nach Shanghai kam, und dort Zustände vorfand, die man sich heute kaum noch vorstellen kann: Er sagte, es wurde nur Beethoven und Tschaikowski gespielt, machmal Mozart, und oft hatten die Streicher keine Ersatz Bögen, von ordentlichen Noten oder Saiten ganz zu schweigen! Ausserdem erzählte er, dass es dieser Zeit fast alle Studenten am Konservatorium gezwungen worden sind, Musik zu studieren, weil die Eltern der Sprößlingen in ihnen als Musiklehrer eine gute Einnahmequelle sahen. Eine Solisten/Chor/Orchester- Laufband war gar nicht möglich und auch nicht vorstellbar. Wenn man China jetzt anguckt, die 80 landeseigenen Orchester, die vielen Chöre, die Qualität der Musiker sieht, die (europäischen) Spitzenorchester, die sich hier in großen, modernen Konzerthallen die Klinke in die Hand geben, dann ist das fast nicht zu glauben. Wer weiß, wo China in 20 Jahren in diesem Bereich stehen wird! 

Im Anschluß an den Vortrag gab es noch ein Konzert mit Stücken von Clara und Robert Schumann. Ich muss gestehen, das war das beste Konzert, das ich bisher hier in China gehört habe. Auch der Raum war wunderbar für diese Musik geeignet: Im Rücken der Musiker war eine große Glaswand, durch die man den Bund mit dem Fluss Huangpu, den darauf fahrenden Schiffen und auch die untergehende Sonne sehen konnte. Die Musik und dieser Anblick trugen mich buchstäblich in eine andere Welt. Die Zeit blieb stehen. Das machte mir klar, dass Musik nie nur einem Volk gehört. Sie gehört und vereint all jene, die sich ihr verschrieben haben. Was für ein Nachmittag!

 

18. September 2016

Nächste Dinge

Die Konzerte lassen im Moment etwas auf sich warten (aber wie Sie ja schon von meinen früheren Berichten wissen, kann das hier sehr schnell gehen). Dennoch bin ich musikalisch nicht untätig. Vor zwei Tagen habe ich mich mit Prof. Wagenhäuser getroffen, der nicht nur ein ausgezeichneter Pianist, sondern auch ein sehr guter Komponist ist, der die "Marienleben" Gedichte im Auftrag von Rilkes Enkel vertont hat. Wir haben dann in eines dieser Stücke hinein gesehen, und es ist einfach ein tolles Erlebnis, den Komponisten direkt neben sich zu haben und fragen zu können: "Wie meinst du das? Wie willst du das?" Das ist einfach toll! Vielleicht werden wir im März gemeinsam etwas von seinen Stücken spielen. 

Im Moment bereite ich ausserdem einen märchenhaften Vormittag mit Musik für Kinder vor. Eine Frau ist auf mich zugekommen, die schon viele interkulturelle Projekte gemacht hat. Sie fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, einen Vormittag mit deutschen Märchen und deutscher Musik zu gestalten. Natürlich hatte ich! Sie wird ein passendes chinesissches Märchen und die dazu gehörende Musik aussuchen. Ich bin darauf schon gespannt. Demnächst mehr davon!

 

 

9.bis 12. September 2016

Innere Mongolei- Bautou- Wüste

In der vergangenen Woche waren wir für ein paar Tage in Bautou. Das ist eine Großstadt in der Inneren Mongolei. Dort fand die Altstipendiaten Tagung der Konrad Adenauer Stiftung statt, und wir waren auch eingeladen. Die Stadt Bautou selbst ist nicht unbedingt ein Ausbund an Schönheit, es schien, als wären wir selbst die größte Attraktion dort :-) Man merkt natürlich den Unterschied zu Shanghai ganz deutlich: In Shanghai sieht man alle Nase lang eine "Lange Nase" (chinesische Umschreibung für Ausländer), aber in Bautou eben nicht. Der aufregende Teil begann mit unserer Fahrt in die Wüste. Nur unweit ausserhalb von Bautou gibt es ein Hotel mitten in der Wüste. Darum herum ist allerdings mitnichten nur Sand und Ödnis. Denn es gibt: eine Sandrutsche, eine Eisenbahn, ein Vorführungszelt mit mongolischer "Show" drei Mail täglich, Kamelreiten, Motorradfahren etc. pp. Es ist unglaublich, was alles an Entertainment "aufgefahren" wurde. Und dennoch haben wir auch unvergessliche Wüstenmomente erlebt: Zum Beispiel als wir am letzten Tag früh aufgestanden sind, um den Sonnenaufgang zu betrachten. Es war sehr kalt und windig, aber unbeschreiblich schön. Die Wüste ist ein unwirtlicher, aber dennoch an Schönheit so reicher Ort, das kann auch alles "Infotainment" nicht weg schreien. Die Bilder sprechen für sich...

 

 

 

15. April 2016

Schlitzhosen und anderer Kinderkram

China ist ein kinderfreundliches Land. Man braucht keine Sorge zu haben, dass es einen Eklat gibt, wenn das Kind mal seine "Fünf Minuten" hat. Ich fand das im Flugzeug nach Thailand sehr auffallend. Natürlich ist es kein gesteigertes Vergnügen, vier Stunden neben einem Einjährigen zu sitzen, der natürlich noch keinen eigenen Platz hat, und der daher auch mal die Nachbarsitze erkundet (samt Insasse natürlich). Dennoch waren die einzigen, die aufstöhnten, Westler, die gegenüber im Gang saßen. Die Chinesen freuten sich über den gut genährten, kräftigen Jungen mit den großen Augen und der (noch) kleinen Nase! Ich hatte immer einen (chinesischen) Arm, der ihn mir abnahm, wenn ich zur Toilette ging. Ich denke, die Chinesen haben nicht soviele Berührungsängste gegenüber Fremden. Sicher empfindet das mancher als übergriffig, aber wenn man nicht so emfindlich ist, kann man auch etwas Gutes darin finden. Aufgefallen ist mir, dass die Chinesen ihre Kinder sehr häufig tragen. Wenn man einen Kinderwagen sieht, geht dahinter mit großer Wahrscheinlichkeit eine westliche Frau. Sicher ist der Körperkontakt für die Kinder sehr gut. Der Nachteil ist allerdings, dass sie dadurch recht spät laufen lernen. Im Gegensatz dazu sind die Kinder aber schnell "sauber", denn sie tragen meistens keine Windeln, sondern Schlitzhosen. Das sind Hosen, die im Schritt frei gelassen sind. Es ist schon sehr niedlich, wenn man einen braunen bis weissen Popo unter der Hose hervorblitzen sieht! Manchmal ist der Popo auch blau, denn die Kinder tragen sie auch bei der grössten Kälte...

 

 

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4. Januar. 2016

Rot-Grün-Warten

Je mehr ich chinesisch lerne, desto logischer finde ich die Sprache. Zum Beispiel bestehen die Wörter für großer Bruder, kleiner Bruder, große Schwester, kleine Schwester aus Dopplungssilben. Allso: Di-Di, Ge-Ge, Tjie-Tjie, Mei-Mei. Und genauso lernt ein Kind ja sprechen: es sagt dieselbe Silbe immer wieder.

Es gibt auch so wunderbar graphische Wörter. Ampel heißt zum Beispiel: Rot-Grün-Warten! Oder Parkhaus heißt: Halten-Auto-großer-Platz. Ist das nicht herrlich?!

Am Anfang habe ich mich darüber gewundert, wieso eine Silbe durch unterschiedliche Betonung so völlig verschiedene Bedeutungen haben kann. Also das berühmte "Ma" heißt ja nach Betonung Mutter, Pferd, Schimpfen, Hanf oder ist einfach nur ein Fragewort. Aber es macht schon Sinn: wenn die Bedeutungen bei ähnlicher Betonung auch noch ähnlich wären, wäre die Möglichkeit eines Missverständnisses noch grösser! Aber durch den Kontext erschliesst sich dann, selbst bei nicht ganz korrekter Betonung, die Bedeutung des Wortes. Es ist z. Bsp. sehr unwahrscheinlich, dass man über seinen Vater spricht und dann plötzlich von einem Pferd. Nicht wahr? Trotzdem muss ich schon zugeben, dass die Sprache eine echte Herausforderung ist. Zwar sehe ich Fortschritte, aber das Verstehen dauert noch ewig!

 

 

 

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